Ein interessantes Interview des Wall Street Journals mit Ginni Rometty, CEO von IBM, welches einige Einblicke in die Welt der IBM gibt. Wie man die gesteckten Wachstumspläne erreichen möchte und warum man sich dabei so auf den Bereich Health Care fokussiert.

Health Care mit Watson als Heilsbringer?

Ja, Health Care ist ein wichtiger, stark wachsender und unter Umständen auch sehr ertragreicher Industriezweig. Gar keine Frage. Er wird vermutlich mittel- bis langfristig, ähnlich wie das anfänglich belächelte Smarter Planet Engagement der IBM, vom Erfolg gekrönt sein. Hier wurde zu Beginn lediglich eine Marketing Kampagne vermutet. Aber bleibt die Frage, ob dies für einen weltweit aufgestellten und operierenden Konzern wie die IBM ausreicht. Ich denke nicht. Im Interview wird erwähnt, dass man sich nicht länger vom Quartal-Denken steuern und beeinflussen lassen möchte. Jeder der einmal bei der IBM gearbeitet hat oder es noch tut weiß, dass dies nie der Fall sein wird. Es wird immer ein Quartal geben, es wird immer eine Pipeline geben die voll sein muss und es wird immer einen „Rüffel“ geben sollte das Target verfehlt werden. Normal.

Vom Technikkonzern der Hard- und Software verkauft, hat man sich über die Jahre zu einem Service-Unternehmen entwickelt. Das ist auch völlig korrekt so und war dringend nötig in der damaligen Situation. Es wurde einige schmerzliche aber dringend notwendige Entscheidungen getroffen. Doch der Wunsch seine Kundschaft möglichst breit aufzustellen und auch den deutschen Mittelstand von sich zu überzeugen ist nur teilweise gelungen. Ich kann mach in diesem Zusammenhang immer noch sehr gut an ein Statement einer „One Voice, One Team“-Veranstaltung erinnern (wir sind hier ja unter uns und es ist ja auch schon ein paar Jahre her). „Wir wollen nicht mehr 80% unseres Umsatzes mit 20% unserer Kunden machen!“ hieß es. Aber hat sich an dieser Situation etwas geändert? Vielleicht sind es jetzt 22%, aber das grundsätzliche Problem besteht noch immer.

Big Data, Analytics und Watson Health heißen die Themen der Zukunft. Sie sollen die IBM wieder auf die Erfolgsschiene bringen. Schaut man sich die weltweiten Zahlen an, kann man nicht einmal behaupten das man jemals von dieser Schiene runter war. Das hierbei Länder außerhalb des Nordamerikanischen Raumes anders funktionieren (könnten), auf die Idee scheint man nicht immer zu kommen. Das Entscheidungen welche auf weltweiter Ebene getroffen werden nicht immer zwingend zum Erfolg führen, dürfte einem nicht weiter verwundern. Deshalb ist es auch schon seit Jahren nicht nachvollziehbar, warum man sich wundert Quartal nach Quartal in Deutschland eine negative Entwicklung zu „produzieren“. Wobei noch zur Diskussion steht ob diese immer so negativ ist, wie sie nach Einberechnung von Wechselkursen immer erscheint.

Startups sorgen bei der IBM für frischen Wind

Outsourcing in ein vermeintlich günstigeres Land klingt auf dem Papier oft toll, wenn man sich aber selber die Prämisse „put the customer in the center whatever you do“ hat das schon ein „Gschmäckle“.

Dabei engagiert sich die IBM doch aktuell so stark wie selten zuvor in der Szene der Startups. Obwohl Ginni Rometty im Interview der Frage „ob IBM genauso cool ist wie Google oder Apple“ ausweicht, versucht man hier cool und modern auf die Startup zuzugehen und diese bestmöglich zu unterstützen. Davon konnte ich mich erst kürzlich auf der CeBIT (Talentwunder.com habe ich mir vor Ort anschauen können) und der damit verbundenen Startup Party überzeugen. Da wird auf jeden Fall ein richtig guter Job gemacht!

Ein Gedanke zu „Ginni Rometty’s Plan to Reboot IBM

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