Mit dem zweiten sieht man besser – Von hören war nicht die Rede

Muss das so sein? Immer diese (haltlosen) Dopingunterstellungen

Einen wie ich finde nicht schönen Beigeschmack hat die derzeitige Berichterstattung des ZDFs von den Olympischen Spielen in London. Wieder und wieder wird das Thema Doping unnötig und völlig fehl am Platze in Live-Übertragungen thematisiert.

Damit das hier nicht gänzlich falsch rüber kommt. Ich möchte das Thema nicht in die Tabu-Ecke schieben und auch nicht völlig aus der Olympiasendung verbannen. Ich finde nur, dass es sich einfach nicht gehört, 15jährige Schwimmerinnen nach einem Erfolg in einem olympischen Finale, grundsätzlich zu unterstellen sie würden ‘dopen’. Ja gut sie kommt aus Litauen und ja sie war schneller als die Favoriten aus anderen europäischen Schwimmnationen. Auch richtig ist, dass sie eine für Außenstehende Leistungsentwicklung hat(te). Aber haben das nicht alle Schwimmer/innen irgendwann mal? Ist es nicht genau das, warum man sich zig mal in der Woche in die Halle quält? Was wäre denn gewesen, wenn es eine 15jährige aus einer der Schwimmnationen gewesen wäre? Ich bin mir nicht sicher, ob dann eine ähnliche Berichterstattung gelaufen wäre.

Es werden, auch bei den deutschen Schwimmern, immer die persönlichen Bestzeiten verlangt und erwartet. Wenn sie diese verpassen stimmt etwas nicht. Wenn aber andere den Fokus auf den Saison-Höhepunkt besser hinbekommen, wird dies immer mit Skepsis beobachtet. Es kommt ja im Schwimmen auch auf viele Kleinigkeiten (Wasser, Tagesform, Luft, Halle, Umgebung etc etc) an, welche dann am Ende über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Aber gehört es sich generell, ohne jegliche Grundlage eine 15jährige des Dopings zu verdächtigen? Ich finde nicht!

Wenn sich im weiteren Verlauf der sowieso sehr engen Dopingkontrollen etwas anderes ergeben sollte, kann man darüber lang und breit berichten und diskutieren. Aber solange da nichts ist, sollte man ihr einfach ihren Erfolg gönnen.

Wie bereits im Beitrag Olympia satt im Fernsehen und Internet – Leider ohne deutschen Wasserball erwähnt, bin ich positiv von der medialen Entwicklung der Öffentlich-Rechtlichen Sender ARD und ZDF überrascht und beeindruckt. Im Livestream wird auf Grund der Vielzahl an Terminen teilweise ohne Kommentator übertragen. Nach den Interviewleistungen mancher Reporter ist das sogar ein Vorteil. Man muss sich nicht mehr sinnlose und bekloppte Interviews anhören. Ich habe derzeit das Gefühl, dass Interviews nicht mehr zu Stärke deutscher Reporter gehören. Nicht nur bei Olympia sondern zum Beispiel auch in der Bundesliga.

Eines dieser Beispiele bot sich gestern wieder, nachdem Britta Heidemann die erste (Silber) Medaille für das deutsche Team geholt hat. Das Interview fand unmittelbar nach dem verlorenen Finale statt, was sowieso schon für Brisanz sorgt. Da muss sich Britta Heidemann fast noch dafür entschuldigen, dass sie enttäuscht über Silber ist. Sie ist im Finale, verpasst denkbar knapp den Olympia-Sieg und dann wird sich gewundert warum man da enttäuscht ist.

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