Im Rahmen des Marketing Forum Hannover 2012, wurde durch den bekannten Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht auf die Chancen und Risiken der sozialen Netzwerke hingewiesen. Dr. Ulbricht ist Rechtsanwalt bei Diem & Partner und beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit der Rechtslage in sozialen Netzwerken. In seinem Blog “rechtzweinull.de” berichtet Dr. Ulbricht über aktuelle Rechtsfragen und gibt Denkanstöße Rund um den rechtlichen Aspekt der Nutzung von sozialen Netzwerken.

Seitdem im Netz der “User Generator Content” auf dem Vormarsch ist, wo jeder Internet-User Inhalte erstellen kann, ändern sich zum einen die Bedingungen der Unternehmen und zum anderen die der Mitarbeiter. Fragen wie “Wer ist für den Inhalt verantwortlich”, “Was darf ich als Mitarbeiter schreiben” und “Welche Themen oder Beiträge bringen ich und/oder mein Unternehmen in Schwierigkeiten” tauchen auf. All diese Fragen gab es in der Vergangenheit nicht. Inhalte wurden durch die Unternehmen erstellt und im besten Falle vorab rechtlich geprüft. Dieser Umstand fällt heute oftmals weg.

Die Tatsache, dass der Kunde/User/Mitarbeiter mehr Möglichkeiten hat sich im Netz zu Wort zu melden verstärkt dieses Phänomen. Interessengruppen nutzen vermehrt soziale Netzwerke, neben den klassischen Wegen, um sich in der Bevölkerung Gehör zu verschaffen und um die eigene Position zu stärken. Überträgt man dies auf die Arbeitnehmer, fehlt oftmals die Kenntnis über die Meinung/Position des Arbeitgebers zur Nutzung von sozialen Netzwerken. Was hier auf jeden Fall innerhalb der Unternehmen stattfinden muss, ist eine Sensibilisierung der Mitarbeiter bei der Nutzung solcher Netzwerke. Die Bildung und Stärkung einer sozialen Medienkompetenz muss vorangetrieben werden. Alleine schon aus dem Grund, dass vielen Mitarbeitern die eigene Reichweite in diesen Netzwerken gar nicht bewusst ist. Gerade dieser Aspekt wird doppelt schwierig, wenn man bedenkt, dass die Verschmelzung von beruflicher und privater Nutzung zum Beispiel von Facebook immer mehr zunimmt. Jeder Mitarbeiter kann heutzutage technisch gesehen Inhalte erstellen, hat dies aber nie gelernt.

Hier müssen Unternehmen Hilfestellungen anbieten. Schulungsmaßnahmen zur Förderung der Medienkompetenz sollten angeboten werden und Social Media Guidelines sollten erarbeitet werden. Wie bereits gesagt. Jeder kann Inhalte erstellen, hat dies aber nie gelernt. Auch gilt es jedem die Reichweite und die Konsequenzen vor Augen zu führen, sollte man sich in sozialen Netzwerken aktiv einbringen.

So ist es heutzutage nicht mehr der Fall, dass Facebook eine rein private Angelegenheit ist. Gerade auf solch populären Netzwerken, ist die Reichweite und Resonanz eines jeden Mitarbeiters enorm groß. Dies ist bei der steigenden Akzeptanz sozialer Medien in allen Bereichen des Geschäftslebens, von besonderer Bedeutung.

Denn eines steht fest. Social Media (oder jegliche Ausprägung sozialer Medien) wird nicht mehr aus dem beruflichen und geschäftlichen Umfeld verschwinden.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass Unternehmen eine Bestandsaufnahme der Aktivitäten im Social Web machen. Was machen wir als Unternehmen bereits in den sozialen Netzwerken? Was machen unsere Mitarbeiter? Machen sie das privat oder auf bereits existierenden Firmen Accounts? Was dürfen/sollen die Mitarbeiter tun? Wie sollen sie sich verhalten?

All diese Fragen gilt es zu beantworten. Sind alle Fragen beantwortet und man hat sich in Social Media Guidelines über ein gegenseitiges Verhalten geeinigt, stellen Sozial Netzwerke einen enormen Mehrwert dar. Und auch dieser Vorteil gilt für beide Seiten. Für Unternehmen und Mitarbeiter.

Es ist also im beiderseitigen Interesse, sich aktiv mit diesem Thema zu beschäftigen. 

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